Jedes Jahr im Oktober erscheint die neue »TOP 100 der Logistik«, die die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer IIS gemeinsam mit der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) und der Bundesvereinigung Logistik e. V. herausgibt. Die »TOP 100 der Logistik« wurde für die Ausgabe 2020/2021 neu strukturiert und legt den Fokus auf den deutschen Markt.

2019, im Vorjahr der Corona-Krise, ist die Logistikwirtschaft in Deutschland noch um rund 2,5 % auf ein Volumen von etwa 285 Mrd. € gewachsen. Die in der letzten Ausgabe der »TOP 100«-Studie veröffentlichte Prognose wurde damit getroffen. Die tatsächlich zu bewältigenden Mengen sind 2019 um knapp 1 % gewachsen, der größere Teil des Wachstums ist vielmehr einem Preisauftrieb geschuldet, der insbesondere durch gestiegene Löhne für die Erwerbstätigen in der Logistik in Deutschland zustande kommt.

Zwar hat sich zur zweiten Jahreshälfte 2019 die Wirtschaftslage etwas eingetrübt. In der Gesamtschau kann 2019 insgesamt noch als solides Logistikjahr betrachtet werden, auch wenn sich die zu bewältigende Gütergesamtmenge in Deutschland nur mehr um 0,7 % erhöht hat. Mit rund 1,1 % und 35.000 Köpfen ist dagegen die Beschäftigung etwas stärker gewachsen; diese Zahlen wirken etwas ernüchternd; insbesondere, wenn man das Wachstum in der Beschäftigung von rund 3,7 % im Jahr 2018 betrachtet. Im Vergleich zu den Vorjahren wird damit sowohl für das Güteraufkommen als auch für die Anzahl der Beschäftigten ein deutlich schwächeres Wachstum verzeichnet.

Dies könnte nach Ansicht der Autoren hauptsächlich auf drei Gründe zurückzuführen sein: Zum einen scheint mit Blick auf den schon länger andauernden E-Commerce-Aufschwung plausibel, dass die Kapazitäten beispielsweise in den Lägern bereits in den zurückliegenden Jahren durch die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt wurden. Ebenso wahrscheinlich ist aber, dass der vieldiskutierte Fachkräftemangel sich nun auch messbar auf die Kennzahlen zur Beschäftigung niederschlägt. Auch ein vorsichtigeres Einstellungsverhalten aufgrund sich eintrübender Geschäftsaussichten macht diesen Verlauf nachvollziehbar.

Derzeit besteht die Logistikwirtschaft in Deutschland aus rund 3,3 Mio. Erwerbstätigen, die dafür sorgen, dass rund 50 Tonnen Gütervolumen pro Kopf der Bevölkerung ihren Weg durch die Wertschöpfungsketten und in den Export oder Konsum machen. Im gesättigten Markt in Deutschland sind die Wachstumsimpulse der Logistik inzwischen seit mehreren Jahren weniger auf ein allgemein steigendes Güteraufkommen zurückzuführen. Vielmehr ist das E-Commerce-Wachstum einmal mehr Impulsgeber für die Logistik. Insbesondere dem Bereich der an Privatkunden gerichteten Sendungen nutzt die Corona-Pandemie eher, als dass sie schadet; aktuell deutet sich sogar ein weiteres Wachstum an. Nimmt man jedoch die gesamte Logistik in den Blick, ergibt sich durch die ab 2020 wirkende Corona-Pandemie ein anderes Bild: es zeichnet sich ein deutlicher Einbruch des Logistikvolumens ab.

Die für die Ausgabe 2020/2021 neu strukturierte »TOP 100-Studie« analysiert die Logistikwirtschaft anhand von zehn Logistiksegmenten – u. a. Paketdienste, Ladungsverkehre, Kontraktlogistik oder globale Luft- und Seefrachtlogistik – sowie weiteren Untersegmenten im Detail. Und sie geht auf den Status quo sowie die aktuellen Entwicklungsaussichten vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie ein.

Die Studie »TOP 100 der Logistik 2020/2021« wird zusammen mit der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ) und der Bundesvereinigung Logistik e. V. herausgegeben und erscheint am 22. Oktober 2020.

Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer IIS optimiert durch Daten Prozesse, Organisationen und Geschäftsmodelle, indem sie wirtschaftswissenschaftliche Methoden und technologische Lösungen mit mathematischen Verfahren und Modellen verbindet: An ihren Standorten in Nürnberg und Bamberg gestaltet die Arbeitsgruppe Datenräume für vernetzte Gesamtsysteme und schnell einsetzbare IoT-Prototypen, entwickelt modernste Data Analytics-Methoden in konkreten Anwendungen und unterstützt bei der organisationalen und strategischen Realisierung der digitalen Transformation. Als Arbeitsgruppe des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, der größten Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft, können die Mitarbeitenden nicht nur auf die eigenen wirtschaftswissenschaftlichen Kompetenzen und Analytics-Expertisen zurückgreifen, sondern auch auf das technologische Know-how der anderen Forschungsbereiche des Instituts im Bereich »kognitiver Sensorik« mit seinen Forschungen bzgl. Sensorik, Datenübertragungstechnik, Datenanalysemethoden sowie Datenverwertung.

Leitung Unternehmenskommunikation:
Thoralf Dietz | thoralf.dietz@iis.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
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