Die Automobilproduktion der Zukunft sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert.

Mit Blick auf die Produktionslogistik hat die Zukunft jedoch bereits begonnen, denn Losgröße 1 ist längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern in diversen Marktsegmenten bereits Realität. Die parallele Fertigung von Baureihen mit Hybridantrieb oder gar rein elektrischem Antrieb nebst konventionell mit Verbrennungsmotor angetriebenen Modellvarianten sowie umfangreiche Ausstattungs- und Individualisierungsoptionen haben dazu geführt, dass Losgröße 1 auch in der automobilen Großserienfertigung nicht mehr nur ein perspektivisches Schlagwort darstellt. Insofern haben sich die Produkte genau jener Branche, aus der die Prinzipien der Fließbandfertigung hervorgegangen waren, fundamental geändert.

Zwar hat sich die Fertigung durch den Einzug der Automatisierung fortwährend weiterentwickelt, das Grundprinzip der getakteten Fließbandfertigung blieb jedoch über Jahrzehnte hinweg bestehen, obgleich dieses Prinzip auf die Massenfertigung möglichst invarianter Produkte abzielt.

Um die Endmontage variantenreicher Produkte, mit großer Spreizung an Montage- und Bauteilumfängen, künftig effizienter zu gestalten, bedarf es nicht weniger als eines Paradigmenwechsels in der Produktionslogistik, hin zu einer flexiblen und wandelbaren Produktion. Am IFT wurde hierfür nicht nur ein Logistikkonzept entwickelt, sondern auch die zugehörigen neuartigen förder-, lager- und handhabungstechnischen Geräte, die bereits prototypenhaft umgesetzt wurden. Zentralen Bestandteil bildet dabei das Montage- und Logistik-FTF, das als mobile Montageinsel fungiert und die einschlägigen Stetigförderer in der Endmontage der Automobilproduktion ersetzen soll. Abweichend vom Stand der Technik wird es durch die in das FTF integrierte Handhabungstechnik möglich sein, den kompletten Endmontageprozess eines Fahrzeugs auf dem FTF zu vollziehen.

Das Fahrzeug wird komplett auf dem FTF hergestellt, bis es abschließend auf eigenen Rädern über eine in den Ladungsträger integrierte Fördereinrichtung vom FTF gefahren werden kann.
Ein erster Prototyp dieses Groß-FTF wird am Stand des IFT Halle 5 Stand D30 zu sehen sein.

Die Umsetzung des am IFT entwickelten Logistikkonzeptes für eine flexible Produktion birgt völlig neue Anforderungen an den Materialfluss und ist nur durch eine vernetzte Logistik zu bewerkstelligen. Einen ersten Beitrag hierzu leistet das DigiLabel, welches ebenfalls am Stand des IFT präsentiert wird. Dabei handelt es sich um eine neuartige, passive Identifikationstechnologie an Ladungsträgern. Die Kombination aus ePaper-Displays, RFID und berührungsloser Energieübertragung kann alle, besonders in der der Automobilindustrie bislang in großen Mengen verwendeten, Papieretiketten sowie Smart Labels an Ladungsträgern ersetzen.

Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT), Universität Stuttgart

Halle 5 / Stand D30

Mehr Informationen unter: www.uni-stuttgart.de/ift/

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