Als Geschäftsführerin der EUROEXPO Messegesellschaft verfolgt Dr. Petra Seebauer ein klares Ziel: Sie forciert die Weiterentwicklung der Handelsplattform TradeWorld im Rahmen der LogiMAT. Wir haben nachgefragt, was die Besucher dort erwartet. Autorin: Karin Walter

Logistik express: Die TradeWorld – Plattform für moderne Handelsprozesse geht in diesem Jahr in die dritte Auflage. Was ändert sich in diesem Jahr gegenüber den Vorjahren?

Dr. Petra Seebauer: Den TradeWorld-Ausstellungsbereich werden wir mit der Platzierung inmitten der LogiMAT in Halle 6 noch exponierter als die beiden Jahre zuvor einbinden. Direkt angrenzend sind Aussteller aus den Bereichen Verpackung und Kennzeichnung, Handling sowie Logistikdienstleister platziert. Durch diese Nähe ergeben sich hervorragende Synergien. Als absolutes Highlight können wir in diesem Jahr mit einer Sonderausstellung „Alternative Fahrzeuge für die City-Logistik“ aufwarten. Dort werden emissionsarme Fahrzeuge präsentiert, mit denen die KEP-Dienstleister heute bereits arbeiten. Unter den Exponaten befinden sich diverse Elektro-Lastwagen sowie verschiedene Modelle an Lastenrädern.

Logistik express: Welche Themen stehen besonders im Fokus?

Dr. Petra Seebauer: Multichannel, Omnichannel oder vielmehr Cross Channel, also die kanalübergreifende Verknüpfung der Vertriebskanäle von Offline- und Onlinehandel, haben deutliche Auswirkungen auf das Zusammenspiel von Produzent, Handel, Dienstleister und Konsument. Deshalb stehen die aktuellen Trends und Herausforderungen im Omnichannel-Handel im besonderen Fokus. An allen drei Messetagen finden die Fachbesucher auf dem Forum T in Halle 6 eine spannende Vortragsreihe und verschiedene Diskussionsrunden zu vielfältigen Themen rund um die Zukunft des Handels, wie z. B. zu „Fulfillment – Fit fürs Auslandsgeschäft im E-Commerce“, „Payment im Digital Commerce“, „Erfolgreicher Softwareeinsatz für Omnichannel“ oder „Urbane Logistik – Trends und Projekte auf der letzten Meile“ sowie „Retail 4.0 – Ist die Logistik fit für die Trends des digitalen Handels?“.

Logistik express: Warum, denken Sie, ist es wichtig, der Supply Chain des interaktiven Handels auf der LogiMAT eine besondere Bedeutung einzuräumen?

Dr. Petra Seebauer: Seit Jahren wächst der Bereich E-Commerce im zweistelligen Bereich – und ein Ende ist nicht abzusehen. Insbesondere mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass sie ohne Online-Shop den Anschluss an den Wettbewerb verlieren. Aber der Einstieg in das Geschäft im Internet ist nicht einfach. Auch die logistischen Prozesse sowie die Struktur der Lager ändern sich damit deutlich. Wachsende Märkte wie der interaktive Handel erfordern reibungslose Warenläufe. Ohne eine optimierte Logistik kann ein Unternehmen, das Handel betreibt, heute nicht erfolgreich sein. Vor diesem Hintergrund ergänzen sich die Angebotsbereiche der LogiMAT und die der Plattform TradeWorld ideal.

Logistik express: Auf welche Themen wollen Sie sich bei der Weiterentwicklung der Veranstaltung konzentrieren?

Dr. Petra Seebauer: Konsumenten stellen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels neue Anforderungen an die Versorgung und damit an die technischen und konzeptionellen Möglichkeiten der Warendistribution. Das Wort City-Logistik ist hier wieder in aller Munde. In vielen Städten Europas entstehen alternative Zustellkonzepte, die nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch hochspannend sind. In diesem Zusammenhang werden wir auch intensiver die Themen rund um Same-Day-Delivery beleuchten. Die Zustellung noch am Tag der Bestellung bis hin sogar zu einem konkreten Zeitfenster sprengt die klassische Leistungspalette der Paketdienste und erfordert neue Produktideen im KEP-Markt. Dies stellt Anforderungen an die Logistik im Hinblick auf eine spezielle Lagerhaltung, Pufferung der Ware sowie vor allem den Automatisierungsgrad der Kommissionierung, um nur ein paar Punkte zu nennen. Neben der urbanen Logistik werden wir natürlich weiter intensiv die Entwicklungen bei Mobile Payment verfolgen, wo selbst klassische Banken mittlerweile aufsetzen. Es gibt also eine Menge strategischer Herausforderungen, für die die TradeWorld in direkter Anbindung an die LogiMAT Antworten geben kann.

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